Videobasierte Kompetenzforschung in den Fachdidaktiken

Mai 2013

Mit der Digitalisierung der Videografie stieg die Zahl erziehungswissenschaftlicher und fachdidaktischer Studien stark an, die sich den Strukturen und Prozessen im Unterrichtsgeschehen mit dieser Methode widmeten. Videografierte Unterrichtssequenzen erlauben einen nahezu unmittelbaren Blick auf das Unterrichtsgeschehen und Ratingmanuale ermöglichen den Schluss auf Tiefenstrukturen des Unterrichtens, welche nicht direkt sichtbar sind. Allerdings sind derartige Studien sehr unterschiedlich über die einzelnen Domänen verteilt. Während in der Mathematik, den Naturwissenschaften und den Sprachen eine Vielzahl empirisch bewährter fach- und allgemeindidaktischer Kategoriensysteme und Ratingmanuale vorliegen, finden sich in anderen Domänen wie der Musik, der Politik, der Religion oder dem Wirtschaftsunterricht bislang nur wenige bis keine Videostudien. Mit seiner Tagung im März 2012 suchte der Bereich Bildungsforschung im Siegener Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung die Vielfalt eines videobasierten Zugriffs auf Unterricht in den verschiedenen Fächern sichtbar zu machen. Bewusst wurden speziell auch Fachdidaktiken angesprochen, die bislang noch nicht in der ersten Reihe der Videostudien stehen, um das Gespräch über die Grenzen der einzelnen Fächer hinweg zu ermöglichen.

Wissensorientierten Religionsunterricht fördern – theologisches Grundwissen aufbauen

Januar 2013

Wie kann der Religionsunterricht Schülerinnen und Schüler befähigen, eigenständig theologische Fragestellungen zu bedenken und zu beantworten?

Theologische und philosophische Texte laden zum Denken ein und fordern zur Stellungnahme heraus. So gelingen

  • der Aufbau von vernetztem Wissen,
  • das eigenständige Beschreiten von Erkenntnis- und Argumentationswegen,
  • die Ausbildung und Festigung eines theologischen Grundwissens.

19 »Lehrstücke« ergründen wichtige Fragen der Theologie:

  • Wie kommt man eigentlich auf Gott?
  • »Wer glaubt, ist blöd«? Gehen Glaube und Vernunft zusammen?
  • »Da ist etwas. « Gotteserfahrungen als Grund des Glaubens?
  • »Gibt« es Gott, weil der Mensch ihn braucht?
  • Ist »glauben« wirklich so seltsam?
  • Wie gehen wir mit dem um, was wir nicht verstehen?

Mit Fragen zur persönlichen Reflexion, zahlreichen Abbildungen und Grafiken, Anregungen und Hilfestellungen zur Umsetzung im Religionsunterricht.

Klausurtagung auf der Wasserburg Rindern

22.-23. September 2012

Die Religionspädagogische Forschungsgruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Rudolf Englert, veranstaltete eine Klausurtagung auf der niederrheinischen Wasserburg Rindern.

Im Mittelpunkt stand die intensive Arbeit an den – für die weitere Auswertung des gesammelten empirischen Materials relevanten – Instrumenten. Dazu wurden konkrete Fallanalysen vorgestellt und besprochen, sowie weitere Erkenntnisse einer komparativen Grafik-Auswertung präsentiert. Ein weiterer Punkt auf der Agenda bestand in der Erörterung der differenzierten Typen korrelativen Religionsunterrichts im religionsdidaktischen Diskurs. Und nicht zuletzt wurden die typologischen Erkenntnisse der Forschungsgruppe vorangetrieben.

Damit stand die Klausurtagung ganz im Fokus des Forschungsziels, der Identifikation von Korrelationsstrategien in der unterrichtlichen Praxis, sowie wiederkehrender korrelativen Muster im Religionsunterricht.

 

Dies Academicus 2012

27 Juni 2012

Herzlichen Glückwunsch

Der Lehrstuhl für Praktische Theologie der Universität Essen und die Mitglieder der Religionspädagischen Forschungsgruppe gratulieren Dr. phil. Elisabeth Hennecke zur Auszeichnung ihres Promotionsprojektes am Dies Academicus 2012.

Frau Dr. Elisabeth Hennecke war als Lehrerin abgeordnet an die Universität Essen und Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Praktischen Theologie der Universität Essen. Ihre Promotion behandelte das Thema: Was lernen Kinder im Religionsunterricht? Eine fallbezogene und analytische Analyse kindlicher Rezeptionen von Religionsunterricht. Aktuell ist Dr. phil. Elisabeth Hennecke Schulleiterin der Don-Bosco-Schule in Bochum.

Interuniversitäres Oberseminar

23. - 24 Juni 2012

Die Lehrstühle für Praktische Theologie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Universität Duisburg Essen trafen sich im unterfränkischen Schmerlenbach zu einem interuniversitären Oberseminar. Dieses Treffen stand unter der Überschrift „Was Schüler im Religionsunterricht mit und aus Theologie machen“. Neben der Vorstellung der einzelnen Forschungsprojekte durch die Mitarbeiter der beiden Lehrstühle wurden Aneignungsprozesse direkt an ausgewählten Unterrichtssequenzen analysiert.

Ein weiterer Aspekt des interuniversitären Oberseminars wurde in den beiden Referaten der Lehrstuhlinhaber, Prof. Dr. Mirjam Schambeck sf und Prof. Dr. Rudolf Englert, deutlich. Dabei wurde das Oberthema der Aneignungsprozesse mit dem Erkenntnisinteresse des jeweiligen Forschungsgegenstandes verbunden. So stand das Referat von Prof. Dr. Mirjam Schambeck sf unter der Fragestellung: „Wann gelingen Aneignungsprozesse von Religion?“, und das Referat von Prof. Dr. Rudolf Englert unter der Forschungsfrage: „Was setzen Aneignungsprozesse voraus?“.

Am zweiten Tag des Treffens wurden Fragestellungen zu Forschungsdesigns und Ergebnisse von Studien präsentiert. Frau Dr. Elisabeth Hennecke stellte ihre Promotionsstudie mit dem Titel: „Was lernen Kinder im Religionsunterricht der Grundschule? Untersuchung religiöser Lernprozesse im Religionsunterricht“ vor. Abschließend widmete sich Markus Kämmerling in seiner Präsentation der Frage nach „Varianten korrelativer Didaktik“.

Was lernen Grundschulkinder in ihrem Religionsunterricht?

Was lernen Grundschulkinder in ihrem Religionsunterricht?

Mit welchen Fragen beschäftigen sie sich?

Welche Geschichten sprechen sie an?

 

 

Über welche Themen denken sie – angeregt durch den Unterricht – nach? An welche Unterrichtsinhalte können sie sich erinnern? Welche Rolle spielen äußere Faktoren wie das Schulumfeld, die Präsentation der Inhalte oder die Vorkenntnisse, die die Kinder mitbringen?

All diesen Fragen geht diese Untersuchung nach. Sie zeichnet die Wirkung und den Ertrag des Religionsunterrichts bei Kindern nach und erfasst, wie Drittklässlerinnen und Drittklässler Lernangebote des Religionsunterrichts verarbeiten. Diese Rezeptionen werden in acht  Fallprofilen und einer thematischen Analyse analysiert und dargestellt. Sie wurden mithilfe von „Nachdenkbüchern“ und Interviews im Verlauf eines ganzen Schuljahres erhoben und mittels der qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet.

So entsteht ein facettenreiches Bild des heutigen Religionsunterrichts und seiner Wirkungen, das sowohl interessante Potentiale und gleichzeitig weitere Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigt.

Die Entdeckung der Langsamkeit: Chancen der Unterrichtsforschung

Am Beispiel des Schnurhalters John Franklin aus Sten Nadolnys Roman: Die Entdeckung der Langsamkeit zeigt der Artikel Möglichkeiten universitärer Unterrichtsforschung auf. So wird beispielsweise im Projekt "Korrelative Varianten im Religionsunterricht" für die Lehrerinnen und Lehrer durch die analytisch-verlangsamte, beobachtende Sicht Anfragen an ihre Schulpraxis ermöglicht, in der Vieles selbstverständlich geworden ist, so z.B. das Unterrichten nach dem Prinzip der Korrelation. Aber auch für die Forscher ergibt sich ein Gewinn: In der Praxis entwickeln sich u.U. Inszenierungsmuster, die im konzeptionellen Diskurs nicht abgebildet werden. Unterrichtsforschung ist somit ein gewinnbringender und aufschlussreicher Prozess, die Theorie und die Praxis des Religionsunterrichts besser zu verzahnen.

Fachtagung "Religionspädagogische Unterrichtsforschung" am 27. und 28. November 2010 - Akademie „Die Wolfsburg“

Immer wieder ist die Klage zu hören, die Arbeit der wissenschaftlichen Religionspädagogik sei nicht praxisnah genug. Eine Möglichkeit, Theorie und Praxis näher zusammenzurücken, stellt die fachdidaktische Unterrichtsforschung dar. Seit einigen Jahren ist zu beobachten, dass sich in diese Richtung angelegte Projekte mehren. Um eine Art Zwischenfazit zu den in Arbeit befindlichen Untersuchungen zu ermöglichen und über die Standards dieser für die Religionsdidaktik noch relativ neuen Forschungsrichtung zu diskutieren, fand am 27./28.